Plantarium DIYGarten-Notizen aus dem Rheinland

Notizen zu mir

Jonas · 35 · Rheinland

Angefangen hat das alles mit einem Einmachglas auf der Fensterbank. Moos, ein bisschen Farn, ein Deckel drauf – ein Flaschengarten, der sich selbst versorgt. Ich fand faszinierend, dass in so einem geschlossenen Glas ein kompletter kleiner Kreislauf läuft: Wasser verdunstet, kondensiert an der Wand, läuft zurück in die Erde. Aus dem einen Glas wurden fünfzehn. Dazu kamen Zimmerpflanzen, dann eine Handvoll Sukkulenten, dann ein Regal voller Substrate, die ich selbst gemischt habe.

2021 haben meine Freundin und ich ein Haus am Rand einer Kleinstadt im Rheinland gekauft. Mit Garten. Rund 400 Quadratmeter, davon etwa die Hälfte Rasen – wenn man das, was da wuchs, so nennen wollte. Ich dachte ehrlich, das kann nicht schwer sein. Wer fünfzehn Flaschengärten am Leben hält, kriegt doch wohl eine Rasenfläche hin.

Das erste Jahr war ein einziger Lernprozess. Ich habe Saatgut gekauft, weil die Packung hübsch aussah. Ich habe im Juli gesät, bei 29 Grad. Ich habe gedüngt, ohne zu wissen, was mein Boden überhaupt braucht – und mich gewundert, warum nichts passierte. Erst als ich angefangen habe zu messen statt zu raten, wurde es besser.

Warum ich das hier aufschreibe

Weil ich beim Suchen im Netz ständig auf Texte gestoßen bin, die nichts gekostet haben. Keine Zahlen, keine Zeitangaben, keine Fehler. "Regelmäßig gießen" – wie viel? "Im Frühjahr düngen" – ab welcher Bodentemperatur? Ich wollte Antworten von jemandem, der es selbst gemacht hat.

Also mache ich es jetzt selbst. Ich notiere, was ich ausprobiert habe, mit Datum, Menge und Ergebnis. Ich schreibe auch die Sachen auf, die schiefgegangen sind – die sind meistens lehrreicher. Und wenn ich etwas nicht weiß, schreibe ich das hin, statt es zu überspielen.

Womit ich arbeite

Ein Bodenthermometer für 12 Euro, ein pH-Testkit aus der Apotheke, ein Regenmesser aus Plexiglas und eine Küchenwaage, die im Gartenhaus wohnt. Nichts davon ist teuer. Aber die vier Dinge haben mir mehr beigebracht als jedes Gartenbuch.

Die Flaschengärten stehen übrigens immer noch im Wohnzimmer. Der älteste ist jetzt im siebten Jahr geschlossen. Ich habe ihn seit 2019 nicht ein einziges Mal gegossen.

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