Plantarium DIYGarten-Notizen aus dem Rheinland

Steingarten: die Ecke, in der ich mit magerem Boden gewonnen habe

Notiz von Jonas · Plantarium DIY · Rheinland

An der Südwestecke meines Grundstücks liegt ein Streifen von etwa zwölf Quadratmetern, auf dem drei Jahre lang nichts richtig wachsen wollte. Volle Sonne ab elf Uhr, eine reflektierende Hauswand dahinter, und unter zwanzig Zentimetern Erde beginnt Bauschutt vom Hausbau. Ich habe Rasen versucht, Stauden versucht, Bodendecker versucht. Alles ging im zweiten Sommer ein. Dann habe ich aufgehört, gegen die Bedingungen zu arbeiten, und die schlechteste Ecke des Gartens ist heute die pflegeleichteste.

Der Denkfehler: Steingarten heißt nicht Steine auf Erde

Mein erster Anlauf bestand darin, ein paar dekorative Findlinge auf die vorhandene Erde zu legen und Polsterstauden dazwischen zu pflanzen. Nach einem Jahr war die Fläche von Löwenzahn und Giersch durchsetzt, die Polster hatten von unten Fäulnis, und die Steine sanken schief ein.

Ein funktionierender Steingarten ist in erster Linie ein Substratprojekt. Die Steine sind Dekoration und Wärmespeicher. Entscheidend ist, dass darunter etwas liegt, das mager, durchlässig und tiefgründig ist. Die Pflanzen, um die es hier geht, stammen aus Gebirgslagen oder mediterranen Trockenhängen. Sie sterben nicht an Trockenheit, sondern fast immer an Winternässe.

Was ich ausgehoben und eingebaut habe

Im Herbst 2023 habe ich die Fläche 35 Zentimeter tief ausgehoben. Das waren gut vier Kubikmeter Aushub und drei sehr unangenehme Samstage, weil ab 20 Zentimetern der Bauschutt kam.

Eingebaut habe ich, von unten:

  • Zehn Zentimeter grober Schotter, Körnung 16 bis 32: Die Drainageebene. Bei meinem lehmigen Untergrund ohne Alternative – Wasser, das nicht wegkann, staut sich und tötet im Februar.
  • Trennvlies: Damit das Substrat nicht in den Schotter einwandert. Ich habe das erst weglassen wollen und bin froh, dass ich es nicht getan habe.
  • 25 Zentimeter Magersubstrat: Meine Mischung war etwa vier Teile Splitt und Kies in gemischten Körnungen von 2 bis 16 Millimetern, ein Teil grober Sand und ein Teil vorhandener Gartenboden. Das ist bewusst nährstoffarm.
  • Abschließend zwei bis drei Zentimeter Splitt als Mulchschicht: Hält die Blattbasis der Pflanzen trocken, unterdrückt Unkraut und sieht ordentlich aus.

Der Anteil Gartenboden ist wichtig, aber gering. Ich habe im ersten Entwurf mit einem Drittel Erde gerechnet und das dann reduziert, weil mir mehrere Leute in einem Gartenforum unabhängig voneinander abgeraten haben. Rückblickend richtig: Wo bei mir versehentlich etwas mehr Erde eingebaut wurde, wachsen die Polster schneller, aber weicher und blühen schlechter.

Was das gekostet hat

Ich habe mitgeschrieben, weil ich vorher keine belastbare Zahl gefunden hatte. Für zwölf Quadratmeter:

  • Schotter 16/32, 1,5 Tonnen im Big Bag: 95 Euro
  • Splittmischung und Sand, rund 3,5 Tonnen: 210 Euro
  • Trennvlies, 15 Quadratmeter: 22 Euro
  • Deckschicht Splitt 8/16, 0,5 Tonnen: 45 Euro
  • Steine – regionaler Muschelkalk in verschiedenen Größen: 130 Euro
  • Pflanzen, 34 Stück: rund 180 Euro

Zusammen also knapp 680 Euro und ungefähr fünf Arbeitstage. Das ist deutlich mehr, als ich vorher geschätzt hatte, vor allem weil Schüttgut schwer ist und man immer mehr braucht, als man denkt. Dafür habe ich seither pro Jahr vielleicht drei Stunden Arbeit in dieser Fläche und gieße nur im ersten Jahr nach dem Pflanzen.

Steine setzen: die Regel, die ich zuerst missachtet habe

Steine, die auf dem Substrat liegen, sehen aus wie hingelegt. Steine, die zu einem guten Drittel eingegraben sind, sehen aus, als wären sie schon immer da gewesen.

Das ist keine reine Optik. Ein eingegrabener Stein bildet an seiner Unterseite eine kühle, leicht feuchte Zone – genau dort schicken viele Polsterstauden ihre Wurzeln hin, und das rettet sie im Hochsommer. Meine Blaukissen wachsen alle in Richtung des nächsten großen Steins.

Zwei weitere Dinge, die ich beim zweiten Anlauf beachtet habe: Alle Steine aus demselben Material, weil eine Mischung aus Muschelkalk, Granit und Basalt wie ein Musterkoffer wirkt. Und Schichtungslinien, wo vorhanden, alle in dieselbe Richtung ausrichten. Das ahmt eine natürliche Gesteinsschicht nach, und der Unterschied ist überraschend deutlich.

Pflanzen, die bei mir seit drei Jahren durchhalten

  • Blaukissen (Aubrieta): Der Klassiker, im April eine geschlossene Fläche in Blau-Violett. Nach der Blüte um etwa ein Drittel zurückschneiden, sonst verkahlt es von innen. Das habe ich im ersten Jahr vergessen und danach zwei kahle Polster gehabt.
  • Polsterphlox (Phlox subulata): Nadelartiges Laub, dichter Teppich, extrem trockenheitsverträglich. Bei mir die zuverlässigste Art überhaupt.
  • Fetthenne (Sedum) in mehreren Arten: Speichert Wasser im Blatt, kommt mit fast allem klar. Die niedrigen Arten als Fläche, die hohe Fetthenne für den späten Herbstflor.
  • Hauswurz (Sempervivum): Braucht am wenigsten von allem. Ich habe zwölf Rosetten in Fugen und Steinvertiefungen gesetzt, ohne nennenswertes Substrat. Alle leben.
  • Thymian: Riecht beim Drübertreten, blüht, die Bienen mögen ihn. Ich habe Sand-Thymian als Flächenbegrünung zwischen den Trittsteinen.
  • Federgras (Stipa) als Struktur: Gräser bringen Höhe und Bewegung. Ohne sie wirkt eine Polsterfläche flach und langweilig.

Was nicht funktioniert hat: Enzian, zweimal probiert, beide Male im ersten Winter weg. Vermutlich mag er meinen kalkhaltigen Untergrund nicht – mein pH liegt bei 7,4 –, aber ich bin mir nicht sicher, ob es nicht auch am Standort lag. Und Edelweiß, das ich aus reiner Neugier gekauft habe: hat zwei Jahre kümmerlich überlebt und dann aufgegeben.

Die Pflege, die tatsächlich anfällt

Deutlich weniger als bei jeder anderen Fläche im Garten, aber nicht null.

Der Hauptpunkt ist Unkraut in der ersten Zeit. Im Jahr eins habe ich alle zwei bis drei Wochen etwa 20 Minuten gejätet, vor allem Birkensämlinge und Löwenzahn, die von den Nachbargrundstücken anfliegen. Im mageren Substrat lassen sie sich zum Glück leicht mit der ganzen Wurzel herausziehen. Ab Jahr zwei, als die Polster geschlossen waren, ist das massiv zurückgegangen.

Gedüngt habe ich nie. Das ist der Punkt, an dem die meisten Steingärten kaputtgehen: Wer düngt, bekommt üppiges, weiches Wachstum, die Polster werden mastig, blühen schlechter und sind im Winter anfälliger. Diese Pflanzen sind für Mangel gebaut.

Gegossen habe ich im ersten Sommer alle acht bis zehn Tage durchdringend, damit die Wurzeln in die Tiefe kommen. Seit Sommer 2025 gar nicht mehr – auch nicht in der Trockenphase im Juli, in der bei uns drei Wochen praktisch kein Regen fiel. Die Fläche sah danach unbeeindruckt aus, während mein Rasen braun war.

Mein Fazit

Die Ecke, die ich drei Jahre lang als Problem behandelt habe, war eigentlich eine Chance – ich habe nur versucht, dort Pflanzen unterzubringen, die einen ganz anderen Standort wollten. Der Aufwand lag im Substrataustausch, und der war größer und teurer als erwartet.

Danach kehrt sich die Rechnung um. Zwölf Quadratmeter, die drei Stunden Arbeit im Jahr kosten, nie gegossen und nie gedüngt werden und trotzdem von März bis Oktober etwas zu zeigen haben. Wenn ich noch einmal irgendwo im Garten Bauschutt unter dünner Erde finde, überlege ich nicht lange.

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